Hallo Welt — Mein erster Beitrag

Ich hätte lange Zeit nicht glauben können, irgendwann mal einen eigenen Blog zu haben. Noch dazu bin ich sonst nicht der Typ Mensch, der seine Meinung unbedingt im Internet äußern muss. Das Internet ist ohnehin schon voll mit guten und schlechten Inhalten. Trotzdem habe ich mich dazu entschlossen, dieses Experiment zu wagen und das aus diesen drei ganz pragmatischen Gründen.

1. Der technische Aspekt hinter einer Website

Durch meinen Beruf als technischer SEO beschäftige ich mich umfassend mit vielen technischen Themen rund um Websites und Online-Shops. Viel Zeit verbringe ich mit der Analyse der Technik und dem Erstellen von Empfehlungen. Diese werden dann von der Entwicklung oder IT meist so oder ähnlich umgesetzt, wie ich sie formuliert hatte.

Ab dem Zeitpunkt, an dem ich die Empfehlung abgebe, weiß ich nicht mehr so genau, was da eigentlich passiert und was mit meiner Empfehlung gemacht wird. Ich mag es einfach nicht, Dinge aus der Hand zu geben. Und wenn doch, dann möchte ich zumindest verstehen, was danach damit passiert.

Also habe ich mich dann vor ein paar Monaten angefangen mit ChatGPT dazu auszutauschen. Auf der Arbeit habe ich begonnen kleinere Programme in Docker Containern laufen zu lassen, so kam es, dass ich meine erste eigene WordPress Instanz lokal auf meinem Mac erstellt habe. Zu Beginn war ich noch voller großer Pläne, richtig viele fancy Anpassungen durch Vibe Coding mit OpenAI Codex zu erstellen. Dafür habe ich mir dann auch direkt einen GitHub-Account erstellt, Codex damit verbunden, meine WordPress Instanz beziehungsweise das Child-Theme zu GitHub gepusht und dann kleinere Anpassungen mit Codex gebaut.

Ich habe beispielsweise noch nie verstanden, warum auf Mobile-Devices die Navigation auf Websites am oberen Bildschirmrand ist. Jede Website macht das so. Ich wollte gerne eine mobile Navigation, die man einfach mit dem Daumen erreichen kann. Nach einigen Versuchen, das mit Codex hinzubekommen, musste ich an der Stelle leider aufgeben. Auch wollte ich, dass im Dark Mode auf meinem iPhone mein Blog einen dunklen Hintergrund hat, da mich wenig wahnsinniger macht, als abends in dunkler Beleuchtung kurz nochmal ein paar Infos zu recherchieren und dabei aber von einem LKW geblendet zu werden. Aber auch das erwies sich als schwerer, als zuerst angenommen. Ich kam langsam aber sicher an den Punkt, an dem ich mich ordentlich zu verzetteln drohte.

Zurück zur Einfachheit

Um dieses Vorhaben weiter voran zu bringen, musste ich also meine Strategie anpassen und entschied mich dazu, das WordPress nochmal neu aufzusetzen, vorerst keine Sonderanpassungen vorzunehmen und alle Designanpassungen im Theme selbst zu machen. Das gelang mir, wie ich finde, auch ganz gut. Mein Learning daraus (das ich eigentlich auch schon vorher wusste): Das Ding aus der Tür zu bekommen, ist schon schwer genug. Alle Nice-to-haves lassen sich dann auch noch machen, wenn das Ding am Leben ist. Und der Blog soll hier ja auch diese Entwicklung dokumentieren. Wäre ja langweilig, wenn schon alles perfekt wäre.

2. Es gibt viel zu viele unverständliche technische Informationen

Ich liebe es neue Dinge zu lernen und so verbringe ich eben auch sehr gerne viel Zeit damit Artikel zu lesen, YouTube Videos zu gucken und neue Dinge auszuprobieren. Ich stoße dabei immer wieder auf Artikel, die so unfassbar detailliert und kompliziert sind, dass es manchmal schon ein bisschen weh tut, diese Infos zu konsumieren. Natürlich haben diese Inhalte ihre Berechtigung und es ist auch gut, dass es sie gibt. Manchmal könnte es aber auch einfacher gehen, um auch Menschen außerhalb der Tech-Bubble die Möglichkeit zu geben zu verstehen, was so abgeht. Wir Techies neigen manchmal dazu, Inhalte so komplex zu formulieren, einfach nur der Komplexität halber. Wäre es nicht schön, wenn diese wunderbare, inspirierende Welt der Technik keine Blackbox wäre, die nur Techies vorbehalten ist? Was wäre, wenn auch Nicht-Techies unsere Welt besser verstehen könnten?

Komplexität runterbrechen

Ich habe durch meine Arbeit in der Agentur immer wieder den Fall, dass ich Kunden gegenübersitze, die keinen blassen Schimmer davon haben, wie das Internet funktioniert. Und das muss auch nicht jeder. Wenn man aber eine Website besitzt, diese betreut und eine SEO-Dienstleistung beauftragt, sollten die Beteiligten verstehen, was ich tue. Deshalb habe ich mir angewöhnt, meine Themen, mit denen ich mich beschäftige, so einfach wie möglich und auf Augenhöhe mit dem Kunden zu kommunizieren und die Menschen an dem Wissensstand abzuholen, wo sie sich befinden. Wenn mehr Menschen verstehen, wie das Internet, Websites und Online-Shops funktionieren und was da im Verborgenen passiert, werden diese Angebote besser. Und am Ende kann dadurch auch das Internet ein kleines Stück besser werden. Deswegen dachte ich mir, kann ich diese Erklärungen auch einfach einer breiteren Masse zur Verfügung stellen.

3. Es gibt unglaublich viele falsche Informationen über generative KI

Sowohl im beruflichen Kontext, als auch in Gesprächen mit Freunden und Familie fällt mir auf, wie viele falsche Kenntnisse, unberechtigte Sorgen (ganz abgesehen von den berechtigten Sorgen, die es sehr wohl gibt) und Scheu es auch gibt über generative KI.

Die drei größten KI-Mythen

Seien es die High-Performer Hype Dudes auf LinkedIn, die das Blaue vom Himmel versprechen und angeblich deine Brand zu mehr Sichtbarkeit in KI-Systemen verhelfen. Dabei verkaufen sie dir bestenfalls schlechtes SEO für viel zu viel Geld. Oder aber die Sorge davor, dass KI bald uns allen unsere Jobs kostet. Oder auch nur die Scheu, es überhaupt erst zu benutzen, weil es irgendwie merkwürdig ist, mit einer Maschine zu schreiben. Das letzte kann ich sogar nachvollziehen, denn mir ging es zu Anfang auch so. Es fühlte sich unglaublich strange an, mit einem Algorithmus zu schreiben, bis ich mir einfach immer wieder gesagt habe, das ist einfach nur ein weiterer Kollege, mit dem du versuchst, deine Probleme zu zweit zu lösen. Einfach nur ein Sparrings-Partner also. Und so begann meine Reise in der Welt der KI und es hat mich ab dann sofort in ihren Bann gerissen.

KI als praktischer Alltagshelfer

Bei all dem, wie ich finde, teilweise übertriebenen Hype, finde ich sowohl faszinierend, wie diese Systeme funktionieren, als auch, was man damit anstellen kann und auch nur ganz rudimentäre Alltagsaufgaben. Zum Beispiel habe ich gerade heute erst nach einem gebrauchten Staubsauger auf kleinanzeigen.de geguckt und in meiner näheren Umgebung in meiner Preisklasse schon direkt 600+ Treffer gehabt. Das manuell durchzugucken, hätte mich Stunden gekostet. Stattdessen habe ich ChatGPT im Agenten-Modus meine voreingestellte Suche durchgehen lassen, um mir das beste Preis-Leistungs-Verhältnis herauszusuchen. Ich habe eine Auswahl von drei Staubsaugern erhalten, die meinen Kriterien entsprechen und werde morgen (zum Zeitpunkt, wenn ich diesen Artikel schreibe) den Staubsauger abholen. Stattdessen hatte ich jetzt Zeit, diesen Artikel zu schreiben. Wie schön für uns beide, wenn du bis hier hin gekommen bist 😉

Die Welt der KI kann so faszinierend sein. Und vielleicht schaffe ich es ja, bei all den Gedanken, die ich mir darüber mache, mit der einen oder anderen Falschinformation aufzuräumen, die eine oder andere Sorge aus dem Weg zu räumen und die eine oder andere Inspiration zu liefern, wofür man KI im Alltag, aber auch beruflich schon jetzt einsetzen kann, um sich all die lästigen Aufgaben vom Hals zu schaffen.

Wenn das dein Interesse geweckt hat, dann freue ich mich, wenn du wieder kommst und mir bei LinkedIn folgst, um keine neuen Beiträge zu verpassen.

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